Der Besuch der Stadt Timisoara ist der Auftakt unserer Rumänien-Rundreise. Timisoara befindet sich rund 100km nach der Ungarisch-Rumänischen Grenze. Sie ist mit ca. 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Rumäniens. 2023 wurde ihr eine besondere Ehre zuteil: Timisoara wurde zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt.
Campen in Timisoara
Leider hat Timisoara keinen Campingplatz mehr. Daher bleiben wir auf dem rund 20km entfernten Stellplatz autark camping stehen.
Wir haben Strom, eine Dusche, eine Toilette und ein Waschbecken. Auf der umzäunten Wiese ist viel Platz. Einen Pool gibt es auch. Es steht also einer Stadtbesichtigung nichts mehr im Wege.
Wenn da nicht unser Wecker wäre. Er kommt mit der Zeitumstellung nicht zurecht und prompt verschlafen wir. Jetzt muss es schnell gehen, denn der Zug fährt nur dreimal am Tag. Nach einem kurzen, flotten Fußmarsch erreichen wir den Bahnhof. Er besteht aus einem Schild mit einem einspurigen Gleis. Mit ein paar Minuten Verspätung zuckelt schließlich ein Wagon heran. Die Fahrkarten bekommen wir beim Schaffner im Zug. Pro Person zahlen wir umgerechnet um die 1,30€.
Die nächsten 50 Minuten verlaufen etwas unsanft. Es rüttelt und schüttelt. Das scheint unsere Mitreisenden nicht weiter zu stören. Sie plaudern oder schauen aus dem Fenster. Manche benutzen sogar die Toilette. Wie das bei dem Geschaukel möglich ist, ist mir ein Rätsel. Einige von ihnen werden wir bei unserer Retourfahrt wieder sehen. Sieben Mal bleiben wir stehen bis wir am Bahnhof Nord in Timisoara aussteigen.
Unterwegs in Timisoara
Ab jetzt gehen wir zu Fuß weiter. Nachdem wir in der Früh keine Zeit hatten, zu frühstücken, führt uns unser Weg in ein Kaffeehaus. Es schmeckt wunderbar. Gestärkt spazieren wir durch die Altstadt und lassen sie auf uns wirken. Timisoara wird auch als Klein-Wien bezeichnet. Den Vergleich finden wir etwas schwierig, gewisse Ähnlichkeiten in der Architektur sind aber nicht von der Hand zu weisen.
Wir schauen uns die drei wichtigsten Plätze, Piata Libertatii, Piata Unirii und Piata Victoriei, an. Der Platz der Freiheit hatte schon mehrere Namen. Nach der Zurückeroberung der Stadt wurde er Prinz-Eugen-Platz genannt, umgangssprachlich bekam er auch den Namen Alter Rathausplatz. Der Platz Unirii ist der älteste Platz und gefällt uns ausgesprochen gut. Am Piata Victoriei genießen wir eine Pause bei einem süßen Eis.
Außerdem besichtigen wir die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche.
Zum Schluss flanieren wir noch entlang des Bega-Ufers. Hier gibt es zahlreiche nette Lokale. Außerdem befinden sich hier die Haltestellen für die öffentlichen Boote.
Kuriose Fakten über Timisoara
Timisoara bietet einige Besonderheiten:
- erste Stadt Europas mit elektrischer Straßenbeleuchtung
- der Brunnen am Piata Unirii pumpt schwefelhaltiges Thermalwasser hoch
- einige Straßenbahngarnituren kommen aus Deutschland
- die Kirchen liegen so nahe beieinander, dass man verschiedenste religiöse Gebäude in wenigen Gehminuten erreicht
Zusätzliche Infos bekommst du bei meinen Blogger-Kollegen und -Kolleginnen:
- Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Timisoara
- Timisoara: Sehenswürdigkeiten in Rumäniens „Kleinen Wien“
- Why you should visit Timisoara, Romania
Möchtest du noch mehr über rumänische Städte lesen? Dann schau bei meinem Bericht über Sibiu, der angeblich schönsten Stadt Rumäniens, vorbei.