Die Gewichtszuladung beim Wohnmobil*

Beim Wohnmobilkauf gibt es zahlreiche Kriterien auf die man achten sollte. Einer der wichtigsten ist die Gewichtszuladung. Ist das Wohnmobil zu schwer, wird es bei einer Kontrolle schnell teuer und gefährlich ist es obendrein.

Was bedeutet das konkret?

Wenn du dir die Zulassungsbescheinigung bzw. die Herstellerangaben anschaust, findest du das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges. Das besagt, wie viel das Fahrzeug in vollbeladenem Zustand wiegen darf. Außerdem erfährst du hier das Gewicht in fahrbereitem Zustand. Darunter versteht man das Gewicht des Fahrzeuges, inklusive:

  • Kraftstofftank 90% gefüllt
  • Fahrergewicht von 75kg
  • Wasservorrat von 20 Litern
  • Eine kleine gefüllte Alugasflasche
  • Bordwerkzeug
  • Ersatzrad
  • Verbandkasten
  • Warndreieck

Die Differenz zwischen dem Gewicht in fahrbarem Zustand und zulässigem Gesamtgewicht darf dazu beladen werden. Allerdings wiegt in der Realität der Fahrer nicht zwangsläufig 75kg und der Wassertank wird nicht mit exakt 20 Litern befüllt.
Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es daher empfehlenswert das Leergewicht anzuschauen und den Unterschied von Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht auszurechnen.

Warum gibt es diese Zuladungsgrenze?

Das Gewicht des Wohnmobils wirkt sich deutlich auf die Sicherheit des Fahrzeuges aus. Reifen und Bremsen werden bei höherem Gewicht stärker belastet und sollte es zu einem Ausweichmanöver kommen, kann es bei einem überladenen Fahrzeug richtig gefährlich werden. Außerdem ist das Wohnmobil oft auf das zulässige Gesamtgewicht versichert. Stellt sich bei einem Unfall heraus, dass das Gefährt zu schwer war, kann das zu Problemen mit der Versicherung führen.

Was geschieht bei einer Kontrolle?

In Österreich wurden wir erst ein Mal kontrolliert. Wir mussten, so wie alle anderen Wohnmobile, LKWs, etc. über eine Waage fahren. Zum Glück hat unser Gewicht gepasst und wir durften weiterfahren. Ist man zu schwer, kann die Polizei ein Bußgeld verhängen. Das ist von Land zu Land unterschiedlich, in jedem Fall aber ziemlich empfindlich. Außerdem muss man möglicherweise das Wohnmobil entladen und die Sachen entweder in einen Container kostenpflichtig aufbewahren oder entsorgen lassen. Theoretisch darf die Polizei auch die Weiterfahrt untersagen. So ein Urlaubserlebnis möchte ich meinen Kindern ersparen.

Wie packe ich das Wohnmobil möglichst sinnvoll?

Wir stellen nach jedem Urlaub fest, dass wir viel zu viele Sachen mithatten. Die Hälfte der Bücher wurde nicht gelesen, manche Spiele nicht gespielt, das Regengewand blieb im Kasten und die Reserveschuhe haben nicht einmal ihr Fach verlassen. Oft kommen auch Lebensmittel, die wir zu Beginn der Reise eingepackt haben, zuhause noch originalverpackt wieder in den Küchenkasten. Trotz dieser Erfahrung ist es im Vorhinein nicht leicht, zu entscheiden, was wir mitnehmen und was wir entbehren können. Ich versuche dir hier ein paar Anregungen zu geben:

  • Viele Campingplätze haben Waschmaschinen. Pack nur das Nötigste ein und wasche lieber zwischendurch.
  • Fahrräder am Campingplatz sind toll. Allerdings bringen sie auch ein ziemliches Gewicht mit. Wenn du nicht täglich Stunden am Rad unterwegs bist, leihe dir welche vor Ort aus.
  • Bade- und Strandtücher für eine ganze Familie können ins Gewicht gehen. Es gibt mittlerweile schon zahlreiche Firmen, die federleichte Badetücher aus einem besonders saugfähigen Material herstellen. Das ist meist nicht billig, zahlt sich aber langfristig aus.
  • Bei den Lebensmitteln ist es meiner Erfahrung nach nicht leicht etwas wegzulassen. Die Geschäfte am Campingplatz sind oft überteuert bzw. die Auswahl ist nicht sehr groß und auch die Qualität ist manchmal nicht das, was ich mir vorstelle. Mit einem Wohnmobil verlässt man aber auch nicht so leicht zwischendurch den Campingplatz, um Einkaufen zu fahren. Meist packen wir Lebensmittel für die Anreise ein und bleiben kurz vor unserem Ziel bei einem größeren Lebensmittelgeschäft stehen und decken uns für die Zeit am Campingplatz ein. Am Platz selbst kaufen wir dann nur noch Kleinigkeiten, frisches Brot bzw. mal ein Eis, etc. Mit viel Glück liegt der Campingplatz so, dass ein Lebensmittelgeschäft oder ein Markt mit frischem Obst und Gemüse in Radfahrdistanz ist. Dann verbinden wir das Einkaufen mit einem Radausflug.
  • In der Küche zahlt es sich aus, genau zu überlegen, welche Kochutensilien wirklich benötigt werden. Oft reicht deutlich weniger Kochgeschirr aus, auch wenn das mit ein paar Einschränkungen einhergeht. Wir nehmen nur sehr leichte Töpfe und Pfannen mit, unsere Tassen und Teller bestehen aus dünnem Material und auch das Besteck ist auf das Minimum reduziert.
  • Achte bereits beim Kauf der Campingmöbel auf das Gewicht. Es gibt einen riesengroßen Unterschied zwischen den einzelnen Anbietern. Leider sind leichte Campingmöbel oft teurer, aber zahlen sich gewichtsmäßig dann doch aus. Als unsere Kinder noch kleiner waren, ist uns aufgefallen, dass sie nur auf Hockern sitzen wollten, die eigentlich für die Fußablage gedacht waren. Also haben wir eine zeitlang die Campingsessel der Kinder zuhause gelassen.
  • Nachdem wir momentan hauptsächlich in der warmen Jahreszeit unterwegs sind, benötigen wir kaum Gas. Daher reicht für uns eine kleine Gasflasche völlig aus.

Das Wohnmobil ist zu schwer. Was nun?

Lagerhäuser, Mülldeponien, Schotterwerke und dergleichen bieten oftmals die Möglichkeit das Wohnmobil abzuwiegen. Wer bereits beim Packen auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch eine Fahrzeugwaage zulegen:

Wenn du feststellst, dass ihr überladen seid, hilft nur noch eines: Umpacken!

  • Schmeiß alles raus, was du im Urlaub entbehren kannst.
  • Nimm nur ein Minimum an Wasser mit. Die WC Benützung mit Händewaschen sollte während der Fahrt gesichert sein, aber den Rest kann man meist am Campingplatz auffüllen.
  • Abwassertank leeren.
  • Spar bei der Tankfüllung ein. Auch, wenn es lästig ist, zwischendurch häufiger tanken zu müssen, aber ein voller Tank ist leider auch schwer.
  • Eventuell macht es Sinn, das Reserverad durch ein Reifenpannenset zu ersetzen.

Tipp

Vor einem Wohnmobilkauf setze dich mit den Zuladungsdetails genau auseinander. Manche Händler sehen dieses Thema recht sportlich, aber der Frust ist groß, wenn du merkst, dass ihr mit dem zulässigen Gesamtgewicht als Familie nicht auskommen werdet.

*Angaben ohne Gewähr

Bildquelle: Canva

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